Geschichte

Um in erster Linie das Freizeitangebot von Soldaten der Bundeswehr zu steigern und andererseits solchen Soldaten das Fliegen zu ermöglichen, wurde am 01.09.1966 neben anderen Verbänden auch in Büchel eine Bundeswehrsportfluggruppe aufgestellt. Mit dem Beitrag von Oberst Stöcker, damaliger Kommodore und selbst leidenschaftlicher Segelflieger, konnte sich die Bw-Sportfluggruppe auf dem Fliegerhorst Büchel frei entfalten.

KA2, ASK13 und L-Spatz

So wurden die ersten Segelflieger im F-Schlepp-Verfahren in die Luft gebracht. Als Schleppmaschinen dienten die Piper L18 C und die Dornier DO 27 der Bundeswehr. Da meldeten sich auch schon die ersten zivilen Interessenten. Jedoch durften die Bw-Flugsportgruppen keine Ausbildung betreiben. So wurde am 10.11.1968 der zivile Fliegerclub Büchel e.V. gegründet, der zunächst parallel mit der Bundesflugsportgruppe geführt wurde.

Im Jahre 1973 feierten die Sportflieger stolze 1000 Starts in einer Jahressaison. Um im Winter die kalte Wintersaison zu überbrücken wurde ein Motorsegler angeschafft, die D-KOCY (B-Falke).

Ende der 1970er wurde es rund um die Bw-Sportfluggruppe und dem Fliegerclub ziemlich turbulent. So mussten, aufgrund dienstlicher Belange des Geschwaders, die Flugzeuge alle 2-3 Wochen umgeräumt werden und manchmal nach jedem Flugbetrieb die Flugzeuge auf- und abgebaut werden, so dass erhöhter Verschleiss häufig zu kleineren Reperaturen führte. Auch das Clubheim wurde des öfteren gewechselt. Letztendlich konnte der Fliegerclub dauerhaft in einer Baracke auf dem Fliegerhorst unterkommen. Für die Flugzeuge wurde eine alte Baracke als Unterstellplatz umgebaut.

Anfang der 80er Jahre wurden vermehrt die Sparmaßnahmen der Bundeswehr deutlich. So wurden alle Piper L 18 C ausgemustert. Die Sportfluggruppen konnten jedoch die Flieger übernehmen, allerdings mussten nun die Unterhaltungskosten und Wartungsarbeiten selbst gestemmt werden. Am 31.03.1980 fiel dann die Entscheidung: Aufgrund der Sparmaßnahmen wurden alle Bundeswehrsportfluggruppen aufgelöst. Mit der Existenz, des von jetzt an amtierenden Fliegerclubs Büchel e.V., war die Möglichkeit des Segelfliegens weiterhin gesichert. Alle bundeswehreigenen Maschinen, zwei Segelflugzeuge und die DO27, konnten übernommen werden. Man musste jedoch nun auf Windenstartbetrieb umsteigen, da das Flugzeugschleppverfahren zu kostspielig für die Mitglieder war.

Piper und Do (beide defekt nach Sturmschaden)

Am 12.09.1981 sorgte eine etwas kraftvolle Windhose für die Vernichtung des gesamten Fluggerätes des Fliegerclubs. Als wäre es ein Leichtes, hob der kleine Wirbelsturm das ganze Dach der Flugzeughalle hoch und ließ es anschließend auf die darunter stehenden Flugzeuge fallen. Die Piper L 18 C wurde trotz Betonbefestigung im Boden 20 m durch die Luft gewirbelt, bis sie fast senkrecht im Propeller der Do 27 hing. Alle Flugzeuge waren ein wirtschafticher Totalschaden.

Nach mühseliger Arbeit konnte am 17.04.1982 der Flugbetrieb mit 2 Segelflugzeugen und einem Motorsegler wieder aufgenommen werden. Am selben Tag stürtzte der Motorsegler ca. 100 m vor dem Flugplatz ab. Dies war das Aus für die D-KOCY. Kurz darauf wurde die Do27, beim Landen auf dem Flugplatz Daun, irreperabel beschädigt.  Nur kurz darauf konnte ein neuer Motorsegler, die D-KAER sowie eine neue Do27, besorgt werden.

Mitglieder beim Hallenbau

Das Jahr 1985 brachte viele Veränderungen mit sich. Zum einen erworb der Verein sein erstes Kunstoffsegelflugzeug, einen Astir CS für 28000 DM. Im selben Jahr wurde auch die neue Flugzeughalle erworben. Eine ehemalige Montagehalle, zum Aufbau des Kernkraftwerkes in Mühlheim-Kärlich, konnte auf dem Fliegerhorst errichtet werden und so die ständige Problematik der fehlenden Hallenplätze beseitigen.

1991 konnte die noch heute eingesetzte Winde erworben werden. Der Windenschlepp hatte sich bis heute als Hauptstartart bewährt.

Auch heute ist die Winde noch im Einsatz

Die letzten beiden strukturellen Änderungen im Verien betrafen den Flugzeugpark des Fliegerclubs. So wurde die alte 90PS starke Piper L 18  C verkauft und eine 150PS starke Piper PA18 Supercub erworben. Nach langer Winterarbeit konnte die Piper zum ersten mal geflogen werden und ist auch heute noch das Schmuckstück unseres Vereins. Desweitern konnte ein Twin Astir RG erworben werden. Dieser Kunststoffdoppelsitzer ist die passende Ergänzung zum Astir CS

D-ELOC bei ihrem Erstflug nach der Restauration